• Christian Stolle

Wahrheit, Freiheit, Liebe, Wunder

Die wahre Geschichte von einem, der auszog das Menschsein zu lernen

Ich wurde 1986 in der ehemaligen DDR geboren. Dort lebte ich in einem Dorf unweit von Berlin, doch mein Horizont endete bereits zwei Dörfer weiter. Auch als ich 1992 mit meiner Familie nach Westdeutschland zog, hätte ich nie zu träumen gewagt, was mir in meinem Leben noch widerfahren würde.


Zum ersten Mal richtig erschüttert wurde mein Weltbild kurz nach der Jahrtausendwende. Eine gleichaltrige Freundin offenbarte mir ein Geheimnis, das sie in ihrem ganzen Leben erst mit zwei Menschen geteilt hatte. »Ich sehe Auren«, gestand sie mir.


Niemals zuvor hatte ich je auch nur davon gehört, dass es Menschen geben könnte, die eine farbige, feinstoffliche Substanz wahrnehmen, die jeden Menschen umgibt. Und doch war es, als wusste ich es schon längst – denn ich hatte sie mein Leben lang gespürt, ohne jedoch jemals in dieser Klarheit mit jemandem über dieses Phänomen gesprochen zu haben.


War die Aura also wirklich echt? Und könnte ich sie auch sehen lernen? Ich fing an, zu üben. Ich begann, auf eine andere Weise zu schauen. Ich bemühte mich, woanders hinzuschauen. Jeden Tag. Stundenlang. Wochenlang. Dann sah ich erste Resultate: ein heller Schimmer. Aber keine Farben! War das nun meine Einbildung? Ich übte weiter und wieder einige Wochen später nahm ich die ersten blassen Farben war. Bald testete ich meine Wahrnehmungen, indem ich meine Freundin zur Aura einiger Menschen in unserer Umgebung befragte, ohne ihr vorher gesagt zu haben, was ich sehe. In jedem Fall bestätigte sie das, was ich selbst bereits wahrgenommen hatte.


Die Aura ist echt. Ich habe es für mich bewiesen. Du magst zweifeln, was ich respektiere. Denn auch ich habe es erst wirklich geglaubt, als ich es selbst gesehen habe.


Ich dachte nach. Meine Freundin war sicher nicht die erste Person, die mit diesem Talent geboren wurde. Ich war sicher nicht der erste, der es aus eigenem Antrieb im Laufe seines Lebens erlernte. Warum hatte ich also vorher nie davon gehört? Sieben Milliarden Menschen, tausende Jahre der überlieferten Geschichte, die Wunder der Moderne und Informationen im Überfluss – und dieses faszinierende Phänomen war noch kein allgemeiner Forschungsgegenstand?


Etwas stimmt mit dieser Welt nicht, dessen war ich mir sicher. Ich wusste nicht, was es ist, aber ich war mir sicher: Irgendetwas stimmt hier ganz und gar nicht.


Was ist die Matrix?


Ich wollte nicht am Leben und an mir selbst vorbeileben, also musste ich mehr über dieses Phänomen erfahren, das jeden von uns durchdringt. Doch wer könnte mir etwas darüber beibringen? Hier in Deutschland hielt ich es für schwierig, einen Lehrer zu finden. Letztendlich fiel mein Blick auf Asien. Dort sind feinstoffliche Energien bereits seit Jahrtausenden in religiösen, philosophischen und medizinischen Traditionen bekannt.


Naiv und unbedarft berichtete ich meinen Eltern von meinem Plan, das Gymnasium nach der zehnten Klasse abzubrechen und mir ein Kloster in Asien zu suchen. Was habe ich mir nur dabei gedacht? Meine Eltern wuchsen auf dem Land in der DDR auf, kamen vorher nie auch nur ansatzweise mit solchen Ideen in Kontakt. Sie gerieten in Panik und schrien auf mich ein, was auch mit der Zeit nicht abnahm, da ich meine Haltung nicht änderte.


Ich brachte es jedoch nicht über mich, meine Wurzeln auszureißen, einen Scherbenhaufen hinter mir zu lassen und einfach zu verschwinden. Und so machte ich das Abitur und folgte dem Einberufungsbescheid der Bundeswehr. »Militem aut monachum facit desperatio«, heißt es. Mönch oder Soldat wird man aus Verzweiflung. Tatsächlich sah ich zwischen Kloster und Kaserne viele Gemeinsamkeiten: viele Männer auf einem Haufen, Disziplin und regelmäßiges Training der Verteidigungsfähigkeit, was mich an Kung-Fu-Filme vom Shaolin-Kloster erinnerte. Selbstverständlich hatte ich mir geschworen, niemals in einen Angriffskrieg zu ziehen und notfalls in Uniform zu protestieren. Leider wusste ich damals nichts von der Unrechtmäßigkeit der Kriege gegen Jugoslawien und gegen Afghanistan. Glücklicherweise wurde ich während meiner 23 Monate bei der Bundeswehr jedoch nicht dorthin geschickt.


Zum Ende meiner Dienstzeit fiel mir ein Studienführer in die Hände, alle Studiengänge von A–Z. Ich musste nicht lange blättern, um auf »Asienwissenschaften« zu stoßen. »Das wäre doch was«, dachte ich mir. »Ich lerne eine Sprache und bereite mich auf die Auswanderung vor. Und meine Familie ist zufrieden, weil ich einen Uniabschluss habe.« Nur welche Sprache? Trotz meiner Begeisterung für die chinesische Kultur entschied ich mich für Mongolisch, da das Land meiner Ansicht nach den besten Kompromiss aus kultureller Originalität und Freiheit bot.


Ich freute mich auf die Zeit als Student und war dementsprechend herbe enttäuscht vom Unialltag, der mir wie eine nie enden wollende Schulzeit erschien. Keine Spontaneität, keine gesellschaftspolitischen Kontroversen, stattdessen viele eingetretene Pfade, gesäumt von Balustraden und zahllosen Aufpassern, die streng darauf achteten, dass man auch ja nicht vom vorgegebenen Pfad abkommt.


Dann kam der zweite Weckruf. Ich war noch nicht lange an der Uni, als ich auf YouTube unverhofft auf Zeitgeist stieß. Religionsgeschichte, Geldsystem, 11. September. Wie, drei Türme stürzten ein? Und weder am Pentagon noch in Shanksville gab es ein Flugzeugwrack? Kerosin schmilzt keinen Stahl? Und die Regierung behinderte die Aufklärung, wo sie nur konnte? Und als ob das noch nicht genug gewesen wäre, wurde mir zum ersten Mal in aller Klarheit vor Augen geführt, dass unser Finanzsystem eine Betrugsmasche ist. Es gibt mehr Schulden als Guthaben. Selbst wenn wir alle unser letztes Hemd hergäben, wären wir immer noch Schuldsklaven. Und den Architekten des Systems war das von Anfang an klar. Düstere Aussichten.


Hinunter in den Kaninchenbau


Ich musste das genauer untersuchen. Nun begann ich ernsthaft, zu studieren. Artikel, Bücher, Interviews, Dokumentarfilme, Radiosendungen, Englisch, Deutsch, alternative Medien, Mainstream, einfach alles, was ich in die Finger bekam. Das war kein Hobby – es ging um mein Leben und um meine Freiheit! Leider sahen meine Mitmenschen das anders. »Wird schon alles nicht so schlimm sein«, hieß es allerorts, »mach mal halb lang.«


Haben die sie noch alle? Aber gut, wenn es sie nicht kümmert, werden sie schon sehen, was sie davon haben. Ich wollte ja sowieso in die Mongolei auswandern, da wird mir das Elend erspart bleiben. Wenn sich die Deutschen dann immer mehr zu unselbstständigen Untertanen eines dystopischen Obrigkeitsstaats entwickeln, werde ich wahrscheinlich froh sein, bei den relativ autarken Mongolen zu leben.


2009 lud mich eine mongolische Kommilitonin ein, mit ihr, ihrem Onkel und ein paar Freunden durch die Mongolei zu reisen und einen anderen Onkel fernab der Hauptstadt zu besuchen. Dann erhielt ich den dritten Weckruf – den merkwürdigsten bisher, daher tippte ich auf zunächst auf »falsch verbunden«.


Es war, als würde mir meine Stimme in meinem Kopf sagen, »du wirst später mit ihrem Onkel arbeiten.« Immer wieder dieser Satz mit einer selbstgewissen Autorität, die mir unheimlich war. »Werde ich gerade verrückt?«, fragte ich mich. »Bin ich so verzweifelt, dass ich Wunschträume halluziniere? Falls ich wirklich verrückt werde, behalte ich das lieber erst mal für mich – eingewiesen werde ich dann schon noch früh genug.«


Zwei Wochen waren für unsere Rundreise eingeplant, danach hatte ich mir ein Praktikum an der Uni in der Hauptstadt besorgt. Zunächst passierte nichts Außergewöhnliches. Wir erkundeten die endlosen Weiten des Landes, gewöhnten uns an den allgegenwärtigen Schafsgeruch und freundeten und mit der mongolischen Kultur an. Als wir Diye in seinem Dorf mitten im mongolischen Nirgendwo erreichten, behielt ich meine seltsame Vorahnung weiterhin für mich. Wir arbeiteten in seinem Garten, veranstalteten mongolische Ringkämpfe und unternahmen Ausflüge in die Umgebung. Bei einem dieser Ausflüge lud uns Diye ein, auf Pferden seiner Herde zu reiten, um die sich eine Nomadenfamilie in der Steppe kümmerte. Es war mein erstes Mal auf einem Pferd, dementsprechend tollpatschig waren meine ersten Versuche, in den Sattel zu kommen. Einmal oben bekam ich jedoch überraschenderweise schnell ein gutes Gefühl dafür, wie man mit seinem Pferd umgeht. Es war, als würde ich mit meinem Pferd über die Steppe schweben, als ich leicht federnd in den Steigbügeln stand, während das Pferd unter mir galoppierte und artig meinen Zügelbewegungen folgte. Als ich abstieg, sagte Diye etwas zu mir, doch ich verstand nicht. Meine Freundin übersetzte.


»Er sagt, er gibt dir tausend Pferde, wenn du für ihn arbeitest.«


Nach außen hin blieb ich ruhig. »Cool bleiben«, dachte ich mir. Ich fühlte mich wie Neo in Matrix, als ihn eine Frau mit einem auf ihrer Schulter tätowierten weißen Hasen auffordert, ihn zu einer Party zu begleiten, kurz nachdem auf seinem Computerbildschirm aus unerklärlichen Gründen die Worte »Folge dem weißen Hasen« aufgetaucht waren.


Wer hatte sich in meine Gedanken gehackt und warum hatte mir Diye dieses Angebot gemacht? Mir ging es nicht aus dem Kopf und ich musste mir eingestehen, dass dies eine höchst seltsame Verkettung von Ereignissen war. So seltsam, dass es geradezu magisch war. Natürlich hätte ich das beiseite schieben können. Niemand hätte es mir verübelt, denn niemand wusste irgendetwas von meiner Vorahnung. Doch in mir machte sich die Gewissheit breit, dass ich es für den Rest meines Lebens bereuen würde, wenn ich jetzt so tue, als wäre nichts gewesen. Während ich noch in der Mongolei war und an der Uni unterrichtete, ließ ich Diye ausrichten, dass ich sein Angebot annehme. Ich wollte herausfinden, wohin mich dieser weiße Hase führt.


Wanderjahre


»Wenn ich jetzt wirklich aufgrund einer Intuition auswandere«, dachte ich mir, »mache ich das aber auch konsequent. Wenn ich wieder eine Intuition habe, werde ich der ebenfalls folgen. Und das mache ich so lange, bis ich entweder mit Anlauf auf die Schnauze fliege, weil das alles Schwachsinn ist, oder ich werde sehen wohin das führt.«


An dieser Stelle will ich meine Erzählung etwas beschleunigen und dir verraten, dass ich heute – gut zehn Jahre später – immer noch Intuitionen folge. Und das war beileibe nicht immer einfach. Schon die Entscheidung, die Mongolei nach nur vier Monaten des Auswandererdaseins im Jahr 2010 wieder zu verlassen, kostete viel Überwindung. Aber meine Intuition rief mich und ich hatte mir geschworen, ihr zu folgen. Dann fand ich mich plötzlich in einem mittelalterlichen Schloss in Sachsen-Anhalt wieder. Von dort ging es über einen Abstecher in Schweden weiter nach Leipzig. Dort arbeitete ich zunächst als Hypnotherapeut, setzte dann für einige Monate nach Portugal über und blieb dann noch ein Jahr als Journalist in Leipzig, ehe es mich nach Ecuador zog, wo ich drei Monate bei Bill Ryan lebte. Bill war ein Mitbegründer von Project Camelot – eine Whistleblower-Plattform, deren Kronzeugen von solch wundersamen Erlebnissen berichten, dass manche von ihnen wie von einer anderen Welt scheinen.


Von Ecuador ging es nach Las Palmas de Gran Canaria, wo ich eine faszinierende Amerikanerin kennenlernte, der ich nach Philadelphia folgte. Dort lebte ich in Germantown, einem heruntergekommen, aber durchaus sympathischen Stadtteil, bis meine Freundin nach zwei Monaten zu einer Forschungsreise nach Mexiko aufbrach und ich für einen Monat in das Haus von Pentagon- und Regierungsinsidern im relativ wohlhabenden Chevy Chase im Norden von Washington zog – Internetbekanntschaften, die ich über Bill kennengelernt hatte. Zurück in Europa produzierte ich gemeinsam mit einem Fernsehprofi einen Dokumentarfilm über die Bilderbergkonferenz 2014 in Kopenhagen. Letztlich kehrte ich von Griechenland über Italien, Slowenien, Ungarn, die Slowakei und Tschechien nach Deutschland zurück.


Berlin Calling


Ohne Job und ohne Geld stellte sich die Frage, was ich als nächstes tun könnte. Dabei packte mich das Gefühl, als wäre ich durch meine Reisen und Recherchen mittlerweile im Besitz von Wissen und Fähigkeiten, bei denen es sich lohnen würde, sie gezielt einzusetzen. Doch wie? Ich beschloss, zur Ruhe zu kommen, damit meine Intuition klar zu mir durchdringen kann. Nach einigen Tagen des Nichtstuns, der Meditation und des Spazierengehens hörte ich dann plötzlich wieder meine Stimme in meinem Kopf.


Erst hieß es »Kommunikation«, dann »Buch« und als ich mich fragte, wie ich so ein Projekt angehen könnte, erschien vor meinem geistigen Auge plötzlich eine Struktur von Kapiteln. Sofort fing ich an zu schreiben und legte so den Grundstein für GENERATION MENSCH. Den Großteil der Arbeit am ersten Band erledigte ich in Berlin, wo ich nebenher als Türsteher mein Geld verdiente inmitten von Geflüchteten, Partytouristen, Junkies, avantgardistischen Künstlern, vermeintlichen oder tatsächlichen Weltverbesserern und Freaks aller Couleur.


Meine persönliche Geschichte, von der ich in diesem Artikel nur einen ganz kleinen Teil berichte, ist die Rahmenhandlung meines Werkes. Sie ist der Grund, warum ich das tue, was ich tue. Was ich tue, ist der Kern meines Werkes. Ich suche in unserer Zeit der Reizüberflutung nach Orientierung. Was sind die wesentlichen Parameter unserer globalen Zivilisation und der menschlichen Existenz – was ist die »Human Condition«? Wie können wir zu Frieden und Harmonie auf der Welt beitragen, egal wo wir sind, egal an was wir glauben oder was wir von Beruf sind? Ich richte mich an Menschen, die sich die gleichen Fragen stellen. Ich präsentiere Antworten, um aufzuklären und um zu inspirieren. Dabei kann ich einer gewissen Subjektivität nicht entkommen, jedoch bemühe ich mich um Sorgfalt und Objektivität mit etwa 2.000 Quellenangaben allein im ersten Band über globale Institutionen und Machtstrukturen. Es geht um Geld, Macht, Korruption, Krieg, Terror, Flucht, Propaganda, Extremismus, soziale Gerechtigkeit, Demokratie, das Klima, die Umwelt, Nachhaltigkeit, Hoffnung, die Medien, die digitale Revolution, Transhumanismus, künstliche Intelligenz, die Wunder der Wissenschaft, den uralten Traum von der Freiheit und die ewige Frage nach dem Sinn unseres Daseins.


Ich veröffentliche diesen ersten Band kostenlos, genau wie meinen Blog, genau wie meine Videos und Podcasts und wie die kommenden Bände. Ich tue das alles ich im Glauben daran, dass Liebe und freiwillige Kooperation wichtiger sind als Geld. Dennoch ist Geld auch für mich lebensnotwendig. Wenn du also meine publizistische Arbeit unterstützen willst, kannst du das hier tun oder indem du ein Exemplar von GENERATION MENSCH kaufst.


Dieser Artikel ist unter einer Creative-Commons-Lizenz lizenziert (CC BY 4.0). Unter Einhaltung der Lizenzbedingungen kann man ihn überall veröffentlichen.


»Frage nicht, was die Welt braucht. Frage dich selbst, was dich lebendig macht, und fang an,
das zu tun! Denn was die Welt braucht, sind Menschen, die lebendig geworden sind.«

Howard Washington Thurman
(Prediger, Publizist und Bürgerrechtsaktivist, 1899–1981)

© 2019–2020 Christian Stolle

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